← Zurück zum Blog

Windows 10: Gnadenfrist bis 2027 — aber der Umstieg gehört jetzt geplant

26. Juni 2026· it-haupt.de

Der offizielle Support für Windows 10 ist im Oktober 2025 ausgelaufen. Viele Unternehmen haben sich mit den kostenpflichtigen Extended Security Updates (ESU) Zeit gekauft — und Microsoft hat diese Schonfrist inzwischen bis Oktober 2027 verlängert. Klingt entspannt? Ist es nur bedingt.

Warum die Verlängerung keine Entwarnung ist

Die ESU liefern ausschließlich sicherheitsrelevante Updates — keine neuen Funktionen, keine Fehlerbehebungen abseits kritischer Lücken. Und sie kosten: Für Unternehmen verdoppelt sich der Preis pro Gerät jedes Jahr — von rund 60 Euro im ersten über 120 Euro im zweiten bis zu 240 Euro im dritten Jahr. Bei zwanzig Arbeitsplätzen summiert sich das schnell auf Beträge, für die man auch neue Hardware bekommt.

Dazu kommt: Immer mehr Software-Hersteller stellen den Support für Windows 10 ein. Wer auf Branchensoftware, Warenwirtschaft oder Kassensysteme angewiesen ist, kann in eine Sackgasse laufen, lange bevor die ESU auslaufen. Und wer unter NIS2 oder Kunden-Audits nachweisen muss, dass Systeme aktuell gehalten werden, hat mit einem abgekündigten Betriebssystem schlechte Karten.

Die drei typischen Wege

  • Upgrade auf Windows 11: Für Geräte, die die Hardware-Anforderungen (TPM 2.0, unterstützte CPU) erfüllen, meist der einfachste Weg — oft ohne Neuanschaffung.
  • Hardware-Erneuerung: Ältere Geräte, die Windows 11 nicht unterstützen, gezielt und gestaffelt ersetzen — statt alles auf einmal im Oktober 2027.
  • ESU als Brücke: Für einzelne Systeme, die aus guten Gründen (etwa Maschinensteuerungen oder Spezialsoftware) nicht migriert werden können, sind ESU eine legitime Übergangslösung — aber mit Plan und Enddatum.

So gehen Sie es strukturiert an

Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Geräte laufen noch mit Windows 10? Welche davon sind Windows-11-fähig? Welche Anwendungen hängen an welchen Rechnern? Daraus entsteht ein Migrationsplan mit Prioritäten — kritische und exponierte Systeme zuerst, Sonderfälle mit klarer Frist.

Ein gestaffelter Umstieg über mehrere Monate ist dabei fast immer günstiger und störungsfreier als ein Hauruck-Projekt kurz vor Ablauf der Frist. Nebenbei ist die Migration ein guter Anlass, aufzuräumen: Altlasten konsolidieren, Benutzerkonten prüfen, Backup-Strategie testen.

Unser Fazit

Oktober 2027 klingt weit weg — bei 20, 50 oder 100 Arbeitsplätzen ist es das nicht. Wer jetzt inventarisiert und plant, verteilt Kosten und Aufwand und behält die Kontrolle. Gerne erstellen wir für Ihre Umgebung eine Übersicht, welche Geräte migriert werden können und wo sich ein Austausch lohnt.